Der Post-Urlaubs-Inbox-Irrsinn

Es wird Zeit für das Ende der E-Mail und die Nutzung von Enterprise Social Media. Ende März war ich eine Woche im Urlaub. Die Auszeit war prinzipiell sehr erholsam. Es ist nur immer der erste Tag im Büro, der Kopfweh verursacht. Beim Öffnen der Inbox kommen die ersten Zweifel: War es wirklich so eine gute Idee, den Arbeitsplatz zu verlassen – länger als vom Internet vorgesehen?

Das Ergebnis der ersten Email-Sichtung war dann auch wenig berauschend. Kurz zusammengefasst  sieht es in meiner Inbox nach einer Woche Abwesenheit so aus:
Ich habe rund 600 E-Mails erhalten (Hurra – ein neuer Rekord – so viele waren es in einer Woche noch nie). Davon waren aber nur rund nur 200 weitgehend relevant. Bei den anderen zwei Drittel handelte es sich aber keineswegs um Spam (die werden von unseren Sicherheitsystemen tadellos gefiltert) sondern einfach nur um weitgehend unwichtige Nachrichten wie Newsletter/ Massenverteiltes/ automatische Nachrichten & Reports. Also nichts, ohne das ich nicht blendend leben könnte.

Außerdem: meine Inbox wurde in dieser Woche um 100 MB (!) größer. Warum? In erster Linie, weil die naturgewollte Hemmschwelle, keine Attachments vom Umfang 10-20 MB zu versenden, leider immer geringer wird.

Wo führt das hin? 1000 Mails in einer Woche mit insgesamt 500 MB? Bitte nicht. Der Zugang zur Information muss sich durch den Einsatz von Enterprise Social Media ändern. Dann werden wir nicht mehr im Minutentakt E-Mails rauspfeffern. Sondern Nachrichten werden – wie zum Beispiel bei „facebook“ – auf einer Webplattform abgefragt, gefiltert nach den Präferenzen und Anforderungen der jeweiligen Person.

Für den Unternehmenseinsatz  eignet sich das vorhin erwähnte soziale Netzwerk natürlich nicht. Das würde jeden IT-Verantwortlichen in die Depression stürzen. Aber es gibt Lösungen und System (zum Beispiel „Cisco Quad“), die innerhalb einer Organisation ein abgeschlossenes, sicheres Arbeiten mit allen Social Media Services ermöglichen. Dort kann man Informationen ablegen, sich an Foren beteiligen, Stellungnahmen posten, Communities bilden und so weiter.

Es ist wohl noch zu früh, bereits morgen sein E-Mail-Programm zu deaktivieren. Aber der aktive Versand von elektronischer Post ist ein Auslaufmodell. Und die Entwicklung in diese Richtung, Enterprise Social Software auch im beruflichen Alltag einzusetzen, steigt mit jedem privaten Nutzer von sozialen Netzwerken. Wer diese Form der Kommunikation einmal in der Freizeit gewohnt ist, will sie bald auch im Berufsleben nicht mehr missen.