Der Markt für Planungs- und Controlling-Systeme

In Business-Intelligence(BI)-Projekten zählt die Unterstützung der Planung durch geeignete Lösungen zunehmend zu den Kernanforderungen. Während vergangenheitsorientiertes Berichtswesen und Analysemöglichkeiten weiterhin wichtig sind, um Einflussfaktoren und Entwicklungen zu verstehen, so ist es die Planung, die eine Ausrichtung der Unternehmensressourcen und Prozesse an Strategien und Zielen ermöglicht.

Das nach wie vor meisteingesetzte Software-Werkzeug zur Unterstützung von Planung und Controlling in Unternehmen ist Microsoft Excel. Für Planungs- und Controlling-Aufgaben ist Excel ohne ergänzende Funktionen und Datenbankanbindung nur bedingt geeignet. Wesentliche Nachteile manifestieren sich in der fehlenden konsistenten Datenbasis bei teilweise unzähligen Excel-Dateien, der hohen Fehleranfälligkeit und Gefahr für Inkonsistenzen durch zahlreiche Verknüpfungen sowie der mangelhaften Unterstützung des Planungsprozesses.

Ausgewiesene Werkzeuge für Planung und Controlling trennen, im Unterschied zu Excel, Datenhaltung, Planungsmodelle und -masken. Daten für die Planung werden über definierte Datenintegrationsprozesse aus operativen Vorsystemen übernommen oder manuell erfasst und zentral, in einer gemeinsamen Datenbasis abgelegt.

Da eine Planung i. d. R. entsprechende Möglichkeiten für das Berichtswesen und die Analyse von Planungsergebnissen erfordert, bieten spezialisierte Planungs- und Controlling-Systeme häufig auch Basisfunktionen für die beiden Themenbereiche. Funktionalität hierfür wird entweder von den Software-Herstellern selbst entwickelt oder häufig auch durch die Integration entsprechender Komponenten von Drittanbietern sichergestellt. Einige Anbieter bieten auch Möglichkeiten zur Darstellung von aggregierten ökonomischen Kennzahlen in Management Cockpits bzw. Dashboards für die Unternehmensführung. Anbieter, die insbesondere die Finanzabteilungen in Unternehmen fokussieren, bieten häufig auch integrierte Planungs- und Finanzkonsolidierungslösungen an.

Der Software-Markt für Planung und Controlling ist ein überwiegend regionaler Markt, nur sehr wenige Hersteller bieten ihre Lösungen weltweit an. International aufgestellt und fokussiert sind vor allem große Software- und BI-Anbieter wie IBM, Infor, Oracle, SAP und SAS, in deren umfangreichen BI-Produktportfolien u. a. auch Planungslösungen angeboten werden. Demgegenüber existiert eine Vielzahl kleinerer, spezialisierter Anbieter. Der Markt in der deutschsprachigen DACH-Region umfasst ca. 50 angebotene Lösungen. Umfassende Informationen zu den führenden Planungs- und Controlling-Systemen im deutschsprachigen Raum finden Sie in der aktuellen BARC-Studie „Softwarewerkzeuge für die Planung“ (http://www.barc.de/planung).

Am Markt verfügbare Planungs- und Controlling-Systeme können anhand verschiedener Kriterien in Gruppen ähnlicher Lösungen segmentiert und so voneinander unterschieden werden. Als Segmentierungskriterien dienen neben den bereits erwähnten Kriterien Regionale Präsenz und Dashboarding, Berichtswesen, Analyse insbesondere die Punkte Planungsstrategie, Modellausrichtung/Standardisierungsgrad, ERP-Anbindung und Anzahl Planer.

Für die effiziente Auswahl einer passenden Planungs- und Controlling-Lösung ist ein zielgerichtetes Vorgehen im Software-Auswahlprozess sowie eine fundierte Kenntnis des Software-Marktes notwendig. Die Kenntnis funktionaler Unterstützungsmöglichkeiten einerseits sowie wichtiger Segmentierungskriterien und Unterscheidungsmerkmale zwischen Planungs- und Controlling-Lösungen andererseits helfen, das Lösungsangebot am Markt im Rahmen des eigenen Softwareauswahlprozesses zielgerichtet evaluieren zu können.

Um einen konzentrierten Überblick über etablierte Planungs- und Controlling-Lösung zu gewinnen, inhaltliche Controlling-Themen mit Experten zu diskutieren sowie Hilfestellungen für die eigene Auswahl von BI-Lösungen zu erhalten eignet sich insbesondere die zum 7. mal in Wien stattfindende ÖCI-BARC-Tagung vom 24.-25. April 2012 (Details unter www.oeci-barc-tagung.at).