Co-Creation und die neue Partnerschaft zwischen Unternehmen und Kunden

Bereits 2006 wurden alle Web 2.0-User zur „Person des Jahres“ im TIME Magazine gewählt, denn Sie sind es, die das Informationszeitalter kontrollieren. Das über Jahrtausende gesammelte Wissen ist verfügbar und demokratisiert. Die Liste an Social Networks zählt mehr als 700 Netze, alleine darunter ca. eine halbe Milliarde Facebook Nutzer. Doch Facebook ist bei weitem nicht alles, es existiert ein ganzes Ökosystem an Communities, Blogs und Foren zu allen erdenklichen Nischenthemen die von einer zunehmend individuellen und anspruchsvollen Kundenschaft zum Leben erweckt werden.

Durch Vermittlerplattformen wie Ebay, Amazon oder Smava werden wir Kunden selbst zu Verkäufern, Händlern und privaten Kreditgebern. Testurteile, Erfahrungsberichte und Rankings sind zum zentralen Entscheidungskriterium für Kaufinteressierte geworden und nehmen Einfluss darauf ob Produkte und Services überhaupt in eine engere Auswahl kommen. Ist die Kaufentscheidung dann gefallen, wird das Internet zum Mega-Store mit unbegrenzter Produktvielfalt und besten Preisen.

Im Kern all dieser Entwicklungen steckt eine nie dagewesene Souveränität der Konsumenten, eine Veränderung wie man sie sicherlich nur alle paar Jahrzehnte erleben wird. Die neuen Leitsätze unserer vernetzten Gesellschaft lauten „Offen für das Wissen anderer zu sein“, „Wissen gemeinschaftlich zu erzeugen“ und „Wissen mit anderen zu teilen“.

Diese Idee steht im Zentrum neuartiger Ansätze und Methoden die wir als “Co-Creation”, “Open Innovation”, “Crowdsourcing“, “Wikinomics“ oder “Netnography” kennengelernt haben. So selbstverständlich die Idee auch klingen mag, so schwierig fällt es Unternehmen diese Offenheit an den Tag zu legen. Neue Produkte entstehen nach wie vor allzu oft am Reißbrett hinter den verschlossenen Türen der Entwicklungslabore.

Dies führt wiederum zu Produkten und Services, die bestehende Kundenbedürfnisse nicht befriedigen und am Markt floppen. Ernüchternde Misserfolgsraten neuer Produkte von bis zu 70% in Konsumgütermärkten unterstreichen dies. Der Schlüssel zum Erfolg liegt darin, gemeinsam mit den Kunden die Lücke zwischen Markt und Technologie zu schließen. Wir müssen daher das Rollenbild des Kunden neu definieren.

Er ist nicht mehr lediglich passiver Leistungsempfänger oder das Objekt der Begierde traditioneller Marktforschungstests. Kunden werden zu aktiven Partnern in der Innovationsforschung. Die aktive Einbindung des Wissens, der Ideen und der Kreativität der Kunden ist angemessen für die heutige mediale Umgebung in der soziale Netzwerke und das Mitmach-Internet bedeutende Aspekte des Lebens geworden sind. Trotz erheblicher Widerstände des Nicht-Wissens, Nicht-Könnens und Nicht-Wollens innovationsfeindlicher Manager erkennen immer mehr Unternehmen das Ausmaß der Chancen die sich durch eine co-kreative Wertschöpfung mit Kunden ergibt.

Audi, Beiersdorf, BMW, Bombardier, Gore, Osram, Siemens, Spar, Swarovski u.v.a. setzten bereits systematisch Methoden ein, um die Innovationskraft der kreativen Masse zu bündeln und im Gegenzug Produkte zu liefern die wir brauchen und lieben.