Allein im Web! Kinder und digitale Medien

Ausgangslage
Das virtuelle Netz ist eine Heimat, in der sich die junge Generation selbstverständlich bewegt. Einschränkungen sind unerwünscht. Ein Problembewusstsein ist dennoch bei den jungen Leuten vorhanden. Eltern und Lehrkräfte sind als Verantwortliche für ihre Kinder den Jungen gegenüber im technologischen Nachteil. Daraus entsteht eine Verunsicherung, die es erschwert, als Ratgeber zur Seite zu stehen – ein digitaler Generationenkonflikt begleitet die ohnehin oft schon schwierige Kommunikation zwischen den digital natives und den digital immigrants, die der neuen Kulturtechnik oft sprachlos gegenüber stehen.

Projekt:
Die Plattform „Arge digikids“ veranstaltete im Frühjahr 2012 Workshops mit Jugendlichen aus mehreren Altersgruppen mit unterschiedlichem sozialen Hintergrund. Ziel war es, die Erwartungshaltung der Jugendlichen an Eltern, Lehrkräfte und Politiker zu erheben und Anregungen für die Erwachsenen im Umgang mit ihren „digikids“ zu sammeln.

Ursprung dieser Idee ist, dass Jugendliche im Netz oft alleine gelassen werden, obwohl sie sich laut arge digikids- Studie vom März 2011 (PGM) durchaus Hilfe, Unterstützung und Rat von Erwachsenen, wünschen, vor allem bei Recherchen und bei der Bewertung von Inhalten. Jugendliche wünschen sich auch Schutz und Sicherheit im Netz und kompetente Ansprechpartner bei Problemen.

Ergebnisse Digikids 2012 – Jugendliche fordern!

Das Positive des www in den Mittelpunkt stellen
Jugendliche erwarten den selbstverständlichen Einsatz des Internets als Medium für Spiele und zur Information in der Freizeit, in der Schule als punktuell einzusetzendes Arbeitsmedium und in Bezug auf die Politik als Instrument der Information und Partizipation.

Internet weiterhin als freien Raum erleben können
Das virtuelle Leben braucht Handlungsanleitungen, aber ohne die Freiheit im Netz einzuschränken. Eine Hoffnung der Jugendlichen: dass durch das Internet trainiert wird, Verantwortung zu übernehmen.

Prävention anstatt Überwachung und Restriktion
Information durch Eltern, Lehrer und Politik als erste Stufe der Prävention, weniger Sanktionen im Privaten etwa durch unfreiwilligen Verzicht zB. in Bezug auf Konsumdauer und den Einsatz von digitalen Medien.

Medienkompetenz der Erwachsenen stärken
Das bedingt die Bereitschaft der Erwachsenen, sich auf die Medien auch in Hinblick auf die Technik einzulassen und sich ein Mindestmaß an Know-how anzueignen. Nur dann eigenen sich Eltern und Lehrer für die Jungen als Gate-Keeper ins Netz.

Datensicherheit und technische Möglichkeiten zum Schutz der Privatsphäre ausbauen
Jugendliche legen nach wie vor Sorglosigkeit an den Tag, wenn es um den Schutz ihrer Privatsphäre geht. Es ist ihnen jedoch bewusst, dass sie zuviel Privates von sich Preis geben. Gleichzeitig reizt die Freiheit im Netz. Technische Lösungen zum Schutz der Privatsphäre sind gefragt, die auf Gefahren hinweisen.

Altersgerechte Angebote zur Auseinandersetzung mit Politik im Internet
Die entscheidende Forderung an die Politik war jedoch nicht das Thema Sicherheit, sondern der Zugang zu Politik und den politischen Entscheidungsträgern, Partizipation wird gewünscht.

Die Plattform „Digikids“, www.kinderundmedien.at
Der gemeinnützigen Verein art & business und die Kommunikationsagentur Cox Orange beschäftigen sich seit 2005 mit dem Thema „Kinder und digitale Medien“. Ziel der Kongresse, Studien, Workshops mit Jugendlichen ist die bessere Kommunikation unter- und miteinander.
Die Sprecherin der Plattform ist Carina Felzmann.
Die nächste Konferenz ist für April 2013 geplant. Interessenten sind herzlich eingeladen sich einzubringen und mitzufinanzieren.