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"Cyberkriminalität besteht als solche nicht"

Quelle:EPA





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ITM_20111124_ITM2951071755982958 / 24.11.2011 13:41:17

APA Meldung

Europarats-Konferenz zum Thema Internet in Wien =

   Wien (APA) - Über Chancen, Risiken, Rechte und Freiheiten im
Internet diskutieren am Donnerstag und Freitag auf Einladung des
Europarats hochkarätige Branchenvertreter und Politiker in Wien.
Darüber, dass das Internet "die größte Erfindung unserer Zeit" ist,
wie es der Generalsekretär des Europarats, Thorbjörn Jagland,
ausdrückte, waren sich alle einig.


   Verschiedener Auffassung waren die Diskutanten indes darin, wie
und ob man das Internet regulieren müsse und wie Menschenrechte,
Demokratie und Rechtsstaatlichkeit auch im Internet gesichert werden
können. Diskutiert wurden am Donnerstagvormittag vor allem die
Themen Datenschutz, Anonymität im Internet, "cybercrime" sowie die
Frage, ob reguläre Gesetze auch im Internet Anwendung finden sollen.


   Für Anonymität im Web trat vor allem der ehemalige
Wikileaks-Aktivist und Gründer der Plattform Openleaks, Daniel
Domscheit-Berg, ein. Nur indem man die Möglichkeit zur Anonymität
gewährleiste könne man das demokratiepolitische Potenzial des
Internets schützen - andernfalls sei jedes revolutionäre Potenzial
"dahin", meinte Domscheit-Berg. Für aufgebauscht hält er auch das
Problem der Cyberkriminalität. "Diese Cyberkriminalität besteht als
solche nicht." Es gebe immer nur Kriminalität in der Gesellschaft,
die in diesem Fall im Netz stattfinde. Man spreche ja auch nicht von
"Autokriminalität", wenn ein Verbrechen mit Hilfe eines Autos verübt
werde, so Domscheit-Berg. Bevor Politiker also daran denken, das
Internet zu regulieren, müsse man an der Gesellschaft und dem dort
vorhandenen kriminellen Potenzial ansetzen.


   Anders sah das Europarats-Generalsekretär Jagland, der die
Cyberkriminalität als "größte Bedrohung" ausmachte. Der britische
Kulturminister Edward Vaizey prangerte vor allem das
Copyright-Problem im Internet an und forderte, dass
Copyright-Diebstahl ebenso bestraft werden müsse, wie wenn jemand
CDs in einem Kaufhaus stiehlt.


   Einig waren sich alle beim Thema "Schutz von Kindern und jungen
Menschen im Internet". Neue Medien, seien das Social Media, Blogs,
Chats oder Nachrichtendienste würden große Chancen, aber ebenso
viele Risiken von Missbrauch und Ausbeutung in sich bergen. Um also
den Schutz der Kinder zu gewährleisten müssten Länder und Regionen
gemeinsam mit Industrie und Vertretern der Zivilgesellschaft
zusammenarbeiten, um dieses Problem in Angriff zu nehmen, meinte
Jagland. Internationale Zusammenarbeit sei auch bei der Wahrung der
Menschenrechte gefragt. Offline werden die Menschenrechte durch
nationale Gerichte geschützt - online sei das viel schwieriger, da
das Internet keine Grenzen kenne. die online viel schwieriger zu
schützen


   (Schluss) ad


ITM002    2011-11-24/13:41


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