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Display reagiert auf den Betrachter





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ITM_20111102_ITM2951071755754592 / 02.11.2011 16:12:19

APA Meldung

Werbedisplays stimmen sich auf ihre Betrachter ab =

   Linz (APA) - Einen Schritt in Richtung Personalisierung von
Werbung und Informationen im öffentlichen Bereich machten Forscher
vom Institut für Pervasive Computing an der Johannes Kepler
Universität Linz (JKU) mit dem Projekt "SmartLight Displays". Die
Screen-Prototypen reagieren automatisch auf Umgebungsfaktoren und
Menschen, die sich in deren Umfeld aufhalten.


   Die Forscher versprechen sich davon vor allem neue Möglichkeiten
zur gezielteren Darbietung von Werbeinhalten. Bei den Bildschirmen
der Wissenschafter um Institutsleiter Alois Ferscha, handle es sich
um eine Art "Public Screen", der "in der Öffentlichkeit positioniert
wird und dort Menschen informiert", wie der Forscher im Gespräch mit
der APA betont. Ferscha und sein Team arbeiten seit drei Jahren an
diesem von der Forschungsförderungsgesellschaft FFG unterstützten
Projekt. Er rechnet damit, "dass sich hier in naher Zukunft große
Märkte auftun werden".


   Insgesamt gebe es bereits einen Trend in Richtung Darstellung von
Inhalten auf derartigen Projektionsflächen, die herkömmlichen
Lösungen seien aber "völlig blind in ihrer Rücksichtname auf die
Situation". Das Projekt gehe weit über den Gedanken hinaus, nur das
klassische Plakat zu digitalisieren, um es schnell auswechseln zu
können, wie Ferscha betont.


   Erste Anhaltspunkte für eine schärfere Abstimmung der Inhalte
liefere der Ort und die Zeit. "Wir sind hier aber sehr viel weiter
gegangen", so Ferscha, der darauf hinweist, dass physikalische
Umweltbedingungen, wie die Temperatur, die Lichtdichte, die
Feuchtigkeit, die Windstärke und die Umgebungsgeräusche
miteinbezogen werden. So könne das System beispielsweise die
Darbietungshäufigkeit von Erfrischungsgetränken bei hohen
Außentemperaturen automatisch erhöhen.


   Schriftgröße wird angepasst


   In weiterer Folge haben die Forscher aber auch "mit der
Beobachtung des Menschen begonnen". So entdeckt ein Sensor die
Präsenz von Personen und ihre Entfernung vom Display und passt die
Größe an. Und selbst ihre Interessen können von den Werbedisplays
"gelesen" werden: Trägt man ein sogenanntes "Token" mit sich,
beginnen die Displays eine drahtlose Kommunikation und modifizieren
aufgrund von dessen Daten die Inhalte.


   Was man auf so einen Token speichert, liege allerdings allein in
der Verantwortung der Nutzer, so Ferscha. "Wichtig ist, dass es sich
um einen total anonymisierten Zugang handelt." Ähnliche Modelle die
auf der Kommunikation mit dem Handy beruhen, würden im Gegensatz
dazu "immer die Verbindung zu ihrem Namen herstellen können". Darin
sehen die Forscher "eine enorme Gefahr".


   Den letzten und schwierigsten Aspekt der Analyse stellt für die
Wissenschafter die Aufmerksamkeitsanalyse dar. "Wir haben
mathematische Methoden der Mustererkennung eingesetzt, um anhand der
Körperhaltung die Aufmerksamkeit zu klassifizieren", so Ferscha. Die
Werbewirtschaft sehne sich danach, "ein Abrechnungsmodell für
Außenwerbung zu haben", das ähnlich wie Internet-Banner Aufschluss
darüber gibt, wie viele Personen erreicht wurden.


   Die Wissenschafter haben kürzlich eine EU-Förderung erhalten, um
ihre Arbeit in Richtung Vernetzung und Koordination solcher Displays
fortzuführen. Ebenso arbeite man mit Unterstützung aus der
Wirtschaft an einer Umsetzung des Konzepts die zehn "SmartLight
Displays" umfassen soll. Ein solches Display soll laut Ferscha etwas
weniger als 10.000 Euro kosten.


   (Schluss) moe


ITM004    2011-11-02/16:12


021612 Nov 11